Rückblick
Newsletter #1
Liebe Freunde aus Frankreich, Deutschland und anderswo!

Zu einem Zeitpunkt, an dem einige tausend Kilometer östlich der Frieden noch aufzubauen ist, reicht es nicht aus, mit Wohlwollen und Dank den bereits zurückgelegten Weg zu betrachten; vielmehr steht nun an, den Kurs auf die Verständigung zwischen den Völkern dank der Musik beizubehalten. Gibt es nun eine geeignetere musikalische Praxis, die Völker und die Generationen zu vereinen, als die Chormusik, eigentlicher Träger der Solidarität und des Zuhörens, Mikrokosmos einer idealen Gesellschaft, in der jeder ohne irgendwelche Einschränkung respektiert und integriert wird?
Der vor 25 Jahren durch einen Humanisten der Chorkunst gegründete Verband der Deutsch-Französischen Chöre hat sein vordringliches Ziel nicht aus den Augen verloren: die musikalische Freundschaft beiderseits des Rheins zu fördern. Heute stellen Frankreich und Deutschland zwei Länder mit exzellenter Beziehung dar; es bleibt jedoch noch viel vom anderen zu entdecken, viel zu teilen, viel gemeinsam zu erschaffen! Die deutsch-französische Achse gleicht einem kulturellen Biotop. Dass dies schon seit langen Zeiten so ist, bezeugt das 40-jährige Bestehen des Deutsch-Französischen Chores München. Es liegt nun an uns, dieses Biotop weiterhin zu pflegen und dabei unsere neuen und langjährigen Partner in dieses große Werk zu integrieren.

2008 war es Brasilien; nach einem dritten, sehr gelungenen Eurochorus entführt uns der Deutsch-Französische Chor Berlin dieses Jahr in einen Phantasiegarten zwischen Türkei, Israel und Norwegen, bevor wir uns nächstes Jahr in der Provence wiedersehen...

Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank im Voraus für die Weiterleitung dieser Information in Ihrem Netzwerk.

Der Vorstand des VDFC


Im Fokus: The Garden
Demnächst...
Der Verband

Rückblick
Aurillac-Fortaleza: ein Deutsch-Französischer Projektchor in Brasilien
Der Verband der Deutsch-Französischen Chöre wurde gegründet, um musikalisch die Deutsch-Französische Freundschaft zu erleben. Heute basiert der Verband auf dem Erfolg dieser Initiative, um den interkulturellen Dialog mit anderen Ländern zu fördern, die manchmal ziemlich weit entfernt liegen. Während wir seit einigen Jahren die Freude haben, unter unseren Mitgliedern einen polnischen Chor zu haben, hat der Deutsch-Französische Chor Aurillac den Ozean überquert und ist zusammen mit anderen DFC-Mitgliedern nach Brasilien gereist. Hier ein paar Eindrücke…

2007 reiste der Chor der Universidade Federal do Ceará, aus Fortaleza (Brasilien) für mehrere Konzerte nach Europa, unter anderem nach Aurillac. Ein Gegenbesuch erfolgte im August 2008 mit einem deutsch-französischen Projektchor unter der Leitung von Caroline Heslouis, Chorleiterin des DFC Aurillac. Dieser Chor bestand aus Sängern aus Aurillac, aber auch aus Bremen, Würzburg und München (und Warschau, wäre ihr Flug nicht leider gestrichen worden).
Dieser multinationale außergewöhnliche Austausch wurde durch nicht weniger als 10 Konzerte gekrönt. In verschiedenen Standorten und Sälen in und um Fortaleza hat der Projektchor zusammen mit dem Brasilianischen Universitätschor verschiedene Programme vor verschiedenen Zielgruppen präsentiert, unter anderem für Kinder aus benachteiligten Vierteln.
Nicht nur aus Proben und Konzerten bestand der Aufenthalt, es wurde besonders viel Zeit mit interkulturellen Begegnungen, Musik- und Tanzworkshops, Tourismus mit den brasilianischen Gastgebern und sogar einem Auftritt im nationalen Fernsehen verbracht!

Und nun?
Aus finanziellen Gründen ist noch kein Besuch des brasilianischen Chor in Aurillac geplant, aber es bestehen regelmäßige Kontakte, nicht nur zwischen den Chören, sondern vor allem zwischen einzelnen europäischen Sängern und ihren latein-amerikanischen Freunden: die Tür zur transatlantischen Freundschaft steht weit offen!







"Diese Reise hat mich sehr bereichert, sowohl menschlich als auch musikalisch… es haben sich Freundschaften verstärkt, und es haben sich neue ergeben….." (Uta, Bremen)

"Das Wiedersehen war wichtig und auch bewegend, auch neue Begegnungen waren es sowohl auf der europäischen Seite als auch auf der brasilianischen… Eine erfolgreiche Herausforderung, dank des Willens, der Arbeit und der Freude am Singen von allen. Ich glaube, diese Begegnung hat bei uns allen einen starken Eindruck hinterlassen …" (Caroline, Chorleiterin, Aurillac).

"…den Eindruck, etwas zu vermissen und die Erinnerung an die gute Zeit, die wir zusammen verbracht haben … Wir waren keine versammelten Franzosen, Brasilianer und Deutsche, sondern einfach nur Menschen, die die Musik über alles schätzen… Ich habe das Gefühl einer geleisteten Arbeit, die aber (hoffentlich) noch nicht beendet ist… Es ist für mich eine große Freude, Euch als Freunde zu haben, Ihr seid außergewöhnliche Sänger und Konzertreisenorganisatoren…"
(Erwin, Fortaleza)


"….Ich tauche so gerne in diese Erinnerungen wieder ein, dass ich darüber unzählige Seiten schreiben könnte… Ich bin aus mehreren Gründen begeistert: die Freude am Singen, die Entdeckung Fortalezas und bestimmter Aspekte von Brasilien… die Gemütlichkeit des Empfanges… der kulturelle Austausch beim einem Ananassaft…" (Céline, Aurillac)
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„Mach aus deinem Leben einen Traum und aus Träumen eine Wirklichkeit!“
Der Deutsch Französische Chor München hat im Mai 2008 40 Jahre seines
„Chorlebens“ gefeiert, ein ganzes Wochenende lang, mit 2 Konzerten als Höhepunkt (das eine in der Heilig-Geist-Kirche, das andere im Schloss Nymphenburg) und mit einem festlichen bunten Abend.
50 Delegierte waren dabei, Stellvertreter für fast die Gesamtheit des Verbandes der Deutsch-Französischen Chöre, sowie der befreundete Chor Evodi aus Montpellier. Und alle waren da, nicht nur Zuhörer, sondern auch Teilnehmer! Sie waren gekommen, um mit uns unseren Traum von einem anspruchsvollen Programm zu verwirklichen: das Schicksalslied von Johannes Brahms und die Cäcilienmesse von Charles Gounod.
Eine wahre Herausforderung! Aber die Qualität der Darbietung hat gezeigt, mit welchem Ernst und Engagement jeder Chorist teilgenommen hat. Der Chor stand unter der Leitung seines [ehemaligen] Chorleiters Zoltan Ambros und wurde durch das Junge Orchester München und seinen Dirigenten Andreas Pascal Heinzmann unterstützt.
Zu diesem gemeinsamen Wirken über die geistliche Musik gesellte sich auch die deutsch-französische Freundschaft, die man mit einem Umtrunk im Garten des französischen Instituts, „Münchner Française“, Folkloretänzen und gemeinsamem Singen zelebrierte.

Danke an Herrn Christian Ude, Bürgermeister der Stadt München, sowie an Herrn Stephane Visconti, Generalkonsul, für ihre Grußworte und Schirmherrschaft!
Wir bedanken uns bei Herrn Bernard Lallement, Gründer des Chores, und bei Herrn Erik Cummerwie, Vorstand des Verbandes, für deren Kommen und begeisterte Teilnahme.

Das Konzert wurde von Peter Esser aufgenommen, darüber hinaus können Sie die schönsten Momente dieses Jubiläums dank der DVD wiedererleben. CD und DVD sind zum Preis von € 8 beim Deutsch-Französischen Chor München erhältlich http://www.dfc-muenchen.de.

Hörprobe des Konzertes (wenn der Player nicht zu sehen ist, klicken Sie bitte hier)








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Eurochorus 2009
Seit einigen Jahren empfängt Toulouse eine sowohl intensive als auch internationale sommerliche Singwoche. Dieses Jahr fand die Veranstaltung bereits zum 3. Mal statt. 115 Chorsänger aus ganz Frankreich, aber auch aus Deutschland, Spanien, Belgien und sogar aus Québec waren nach Toulouse angereist, um ein großartiges Chorwerk einzustudieren, nämlich Rachmaninovs Vespergesänge. Die Proben fanden im CREPS (Sporthochschule) statt. Vier begeisterte Chorleiter (Jacques Michel, DFC Toulouse; Andreas Foerster, DFC Köln; Audrey Pévrier, ex-DFC Lyon; Lorraine Gariepy, Québec) haben die Herausforderung gemeistert, eines der schönsten Werke der orthodoxen Musik innerhalb einer Woche einzuarbeiten.
Mit der Unterstützung des Korrepetitors Cyril Kubler erfolgten Stimmbildung und viele Stimm- und Tuttiproben.
Diese intensive Arbeit wurde mit zwei Konzerten, am 24. Juli in Foix, und am 25. Juli in der wunderschönen Jakobinerkirche in Toulouse einem begeisterten Publikum vorgeführt.

Eurochorus hat sich nun im Toulouser Kultursommerprogramm etabliert und wird nächstes Jahr im offiziellen städtischen Kulturprogramm als eine von der Stadt Toulouse anerkannte und unterstütze Sommerveranstaltung angekündigt.

"Eurochorus ist eine herzliche Erfahrung, bei der man Menschen aus der ganzen Welt
und aus allen Kulturen begegnet.
Es entstehen sehr enge Beziehungen, die
eine unglaubliche Richtung einschlagen.
Das Team ist einzigartig, dabei ist Bescheidenheit das Stichwort.
Ich werde wiederkommen! Von der Kanadierin!!!"
Lorraine Gariépy, Chorleiterin und Pianistin


Rezension auf ResMusica lesen (auf Französisch)
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Im Fokus
The Garden/Le Jardin: ein geheimnisvoller Garten im Herzen von Berlin…
Eine Webseite, die zu einer Reise in ihr finsteres und fabelhaftes Innerstes einlädt… ein Mysterium, das sich nach und nach enthüllen lässt… Dämmerlicht und Wasserklänge… Eine neue Seite wird aufgeschlagen, statt einer Erklärung bringt sie ein neues Rätsel… Eine Quelle? Die Türkei? Norwegen? Israel? Ach, von der Neugier getrieben haben wir nach Erläuterungen gefragt…

Herr Schwarzer, können Sie uns ein paar Worte zu diesem Projekt verraten – oder ist noch alles geheim?
Nicht alles. The Garden/Le Jardin ist ein Zusammenspiel von Musik für Chor, Instrumentalensemble, Solisten und Glasharfensemble mit Illuminationen und mit Hörspielszenen, die überall im Raum abgespielt werden. Alles Hörbare in diesem Projekt umgibt das Publikum wie ein Kokon. In den Hörspielszenen werden Episoden zu hören sein, die in fünf verschiedenen Ländern spielen. Diese Episoden verbindet ein Geheimnis, das in eine ferne mythologische Vergangenheit führt.

Wie ist dieses Projekt entstanden?
Es ging uns darum, die Menschen an einen Ort zu bringen, der gleichzeitig real und erträumt sein könnte. Ein Ort, der seit Jahrtausenden existiert, vergessen wurde, und doch immer noch da ist – verborgen zwar, aber vielleicht erreichbar. Wenn man die Tore findet, die dort hinführen. Ein Ort der Sehnsucht also. Mythisches und Reales vermischt sich dort. Und welcher Ort könnte das mehr leisten – als ein Garten? Nahezu alle Schöpfungsmythen berichten von einem Garten. Und bis heute sind Gärten Sinnbild für Ruhe, Kraftschöpfung und den Lebenszyklus. Wir hatten also dieses Ausgangsbild. Daraus sind dann die Geschichten, Klänge, Musiken und Bilder entstanden.

Welche Partner sind Teil dieser Kooperation?
Der Deutsch-Französische Chor Berlin und das Lusorium Berlin. Das Lusorium ist eine Plattform, die Projekte wie "The Garden/Le jardin", sogenannte Spheratorien, in Berlin und in anderen Städten organisiert und die entsprechenden Künstler dafür zusammenholt.

Können Sie uns kurz die Webseite GardenQ erklären? Diese Website ist  außergewöhnlich und ziemlich geheimnisvoll...
GardenQ ist nicht nur eine informative Website, sie ist wesentlicher Bestandteil der Aufführungen. The Garden/Le jardin feiert die Nacht, den Traum, das Rätsel. Das möchten wir über die Website gardenQ.de erfahrbar machen. Man kann die Artikel lesen, ihre Spuren verfolgen, man kann die zahlreichen wunderbaren Klänge und internationalen Stimmen in den Audiodateien hören oder aber einfach durch die Seiten blättern und die nächtlichen Stimmungen auf sich wirken lassen. Die Seiten sind den einzelnen Ländern in den Episoden zugeordnet. Alle sechs Wochen öffnen wir eine neue Seite.

Was sind Ihre Erwartungen an die Aufführungen, die im November in Berlin stattfinden werden?
Wir wünschen uns natürlich, dass wir die Menschen in den Aufführungen berühren und inspirieren können. Es sind sehr viele neue Ideen und Ansätze, die in dem Projekt zusammengekommen sind. Aber das wichtigste bleibt ja doch immer: erreichen wir die Menschen, lösen wir etwas in ihnen aus, bringen wir eine Sehnsucht zu Klingen? Darum geht es immer. Jetzt schon in den Proben mit den vielen Menschen in den verschiedenen Ensembles und dann später in den Aufführungen vor unserem Publikum.

Was können Sie unseren Lesern sagen, die noch zögern, eine dieser Veranstaltungen zu besuchen?
Es gibt viele wunderbare Dinge zu erleben: berührende Musik, mal ritualhaft-treibende Rhythmen, mal zarte balladeske Chansons, einen großartigen Chor mit über 70 Stimmen, exzellente Instrumentalisten und Solisten, ein Glasharfenensemble mit 13 Spielern an 70 Gläsern, eine sehr neuartige Form der Raumbeschallung für die Hörspielszenen, eine beeindruckende Kirche, die für unsere Ideen wie gemacht zu sein scheint. Aber letztlich ist es vor allem die Verbindung aus all diesen einzelnen Aspekten, die "The Garden/Le jardin" auch für Berliner Verhältnisse zu etwas sehr Ungewöhnlichem werden lässt.

Vielen Dank für Ihre Zeit – und bis zur ersten Aufführung von The Garden am 14. November !

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.gardenQ.de
Das Interview führte Isabelle Métrope.
Aufführungen: 14., 15., 20. und 21. November in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin Kreuzberg. Karten unter www.reservix.de erhältlich.
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Bientôt
Nächstes Jahr in der Provence…
Die Choralies finden nächstes Jahr zum 20. Mal statt! Der VDFC wird unter anderem durch einen außergewöhnlichen Projektchor, sowie durch einen unserer Chorleiter, der ein Atelier dirigieren wird, vertreten sein. Diese Veranstaltung wird im Fokus unseres nächsten Newsletters stehen. Mehr Informationen zu den Choralies finden Sie bereits unter www.choralies.fr.
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Der Verband der Deutsch-Französischen Chöre (VDFC)

Der Verband der Deutsch-Französischen Chöre wurde 1983 von Bernard Lallement gegründet. Derzeit sind 15 Chöre im Verband Mitglied, die sowohl in Frankreich als auch in Deutschland und Polen sitzen. Der VDFC initiiert und unterstützt deutsch-französische musikalische Austausche, die die Völkerverständigung und übernationale Freundschaft fördern.
Einmal im Jahr versammeln sich Delegierte aller Mitgliedschöre für ein Konferenzwochenende in einem der drei Länder, um sich über gemeinsame Anliegen auszutauschen, Konzerte und Austausche zu planen und Vorschläge für die Chorarbeit auszuarbeiten.
Der Vorstand besteht aus Chorsängern der Mitgliedschöre, derzeit aus Frankreich und Deutschland. Präsident ist seit vielen Jahren das Bonner Chormitglied Erik Cummerwie.

Der Verband der Deutsch-Französischen Chöre ist Mitglied des internationalen Chorverbands „A Cœur Joie International“ (ACJ-I) und bei der „Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa“ (VDFG).

   
   
Impressum
Redaktion: Erik Cummerwie, Isabelle Métrope, Susanne Saeger
Das Redaktionsteam bedankt sich bei Melanie Czolbe, Solange Debord, François Dusser, Peter Esser,
Lorraine Gariépy, Julia Hladik, Dorothée Jacquot-Weber et Steffen Raphael Schwarzer für ihren Beitrag.